Die Landschaft Sardiniens



Sardinien ist mit einer Ausdehnung von 24.089 qkm (zum Vergleich: Baden - Württemberg 35.800 qkm) die zweitgrösste Insel im Mittelmeer. Es hat 1.660.000 Einwohner und ist in 4 Provinzen - Cagliari, Sassari, Nuoro, Oristano - mit insgesamt 377 Gemeinden aufgeteilt. Die Hauptstadt Sardiniens ist Cagliari mit ca. 250.000 Einwohnern.

Sardinien wird von einem 1.849 km langen Küstenstreifen umfasst. Hierbei handelt es sich grösstenteils um eine Steilküste mit zahlreichen Buchten, Sandstränden und Grotten. Die Hauptinsel wird von einigen wunderschönen kleinen Inseln umrahmt.

Die Landschaftsformationen sind mannigfaltig. Die Bandbreite reicht von Hochgebirgszügen über stark gefaltete niedrige Hügel und Berglandschaften bis zu Sümpfen und Lagunen. Überwiegend prägen jedoch felsige Hochebenen aus Granit-, Schiefer-, Trachyt-, Sand-, und Basaltgestein das Landesinnere. Die einzig grössere Ebene ist das Tiefland von Campido, welches sich vom Golf von Cagliari quer über den Südwesten des Landes bis zum Golf von Oristano erstreckt. Das grösste Bergmassiv ist das Genargentugebirge im Zentrum der Insel, dessen höchster Gipfel - der Punta La Marmora - 1834 m erreicht.

Die Flüsse Sardiniens führen im Sommer nur wenig Wasser, während sie im Frühjahr durch Regenfälle stark anschwellen. Einzig schiffbar sind die letzten 8 km des Temo, der in der Nähe von Bosa ins Meer mündet. Weitere bedeutenden Flüsse sind der Flumendosa (122 km), der Tirso (150 km) und der Coghinas (123 km). Die Flüsse sind immer wieder aufgestaut und dienen mit ihren Stauseen der Bewässerung ausgedehnter Landflächen.

Die Vegetation variiert zwischen Steppe und Hartlaubwäldern, wobei 1/6 der Insel bewaldet ist.

Hütte eines Viehzüchters auf Sardinien

Zu den wichtigsten Wirtschaftsbranchen gehören traditionsgemäss die Viehzucht sowie die Förderindustrie - hier insbesondere der Abbau und die Bearbeitung von Metall und Granit. Hoffnungsträger der sardinischen Wirtschaft ist die Fremdenverkehrsbranche, die auch heute noch wachstumsfähig ist. Mit speziellen wirtschaftlichen Förderprogrammen wurden Anlagen der Petrochemie errichtet. In den Salzgärten von Cagliari und Carlo Forte wird Meersalz gewonnen. Die Hälfte des italienischen Salzbedarfes wird aus Sardinien gedeckt. Sehr bekannt ist das sardische Handwerk. Es hat seine besonderen Stärken im Herstellen von Teppichen und Decken sowie in der Schmiedekunst.

Steinerne Zeugen des alten Sardiniens