Der Verein stellt sich vor



Die Soldaten der Bundeswehr, insbesondere die der Luftwaffe, betreuen die thalassämiekranken Menschen auf Sardinien bereits seit Ende der 70er Jahre. Nachdem die Soldaten der Luftwaffe bei der Stationierung auf dem NATO-Luftwaffenstützpunkt Decimomannu in Sardinien näheren Kontakt zur Bevölkerung bekamen, wurden sie erstmals auf die Krankheit aufmerksam und reagierten sehr betroffen. Schnell entwickelte sich eine organisierte Hilfe, die jedoch sehr von dem jeweiligen Engagement einzelner Soldaten abhängig war. Leider gingen auch die über Jahre gewachsenen Verbindungen der Soldaten zu den einzelnen Kranken und verschiedenen Institutionen durch Personalfluktuationen und Umstrukturierungen immer wieder verloren, so dass die Unterstützungsmassnahmen beeinträchtigt wurden. Um die Hilfe effektiver zu gestalten und den zuvor genannten Problemen entgegenzuwirken, wurde im Mai 1995 der als gemeinnützig und wohltätig anerkannte Verein Deutsche Thalassämiehilfe e. V. gegründet.
Ein Zusammenschluss mehrerer Bundeswehr - Dienststellen.

Ein Blutstropfen, eingebettet in die Silhouette Sardiniens, ist das Sysmbol der Thalassämiehilfe und des gemeinnützigen Vereins. Die Umrisse Sardiniens stellen einer Sage nach den Fußabdruck Gottes dar. Ein Blutstropfen, eingebettet in die Silhouette Sardiniens, ist das Symbol der Thalassämiehilfe und des gemeinnützigen Vereins. Die Umrisse Sardiniens stellen einer Sage nach den Fußabdruck Gottes dar.

Die Hilfe des Vereins erfolgt insbesondere durch die Bereitstellung von Blut für Transfusionen und der Organisation von Blutspenden. Ein weiterer erheblicher Anteil an der Arbeit des Vereins besteht darin, mit Phantasie und Engagement Geldsammlungen und Benefizveranstaltungen durchzuführen, da nur mit genügend Spendenmitteln die benötigten medizinischen Geräte, notwendigen Operationen und entsprechenden Nachsorgebehandlungen sowie Erholungsmaßnahmen finanziert werden können. Des weiteren bemühen wir uns mit aller Kraft, potenzielle Knochenmarkspender zu mobilisieren, deren Typisierung pro Person ebenfalls mindestens 50,- Euro kostet.

Unsere Sozialreferentin Heike Nowack mit einer jungen Talassämikerin
Unsere Sozialreferentin
Heike Nowack
mit einer jungen Talassämikerin

Zur weiteren Unterstützung der Betroffenen gehört auch die Betreuung und Versorgung der Familien mit gespendeten Hilfsgütern. Dies geschieht meist durch übende Bundeswehrsoldaten und Angehörige des Ausbildungskommandos in Decimomannu in deren Freizeit. Viele Kranke sind oft allein schon für persönliche Zuwendung und ein aufmunterndes Gespräch dankbar.

In der Zukunft will die Deutsche Thalassämiehilfe e. V. sich auch verstärkt um Aufklärungsarbeit und die damit zusammenhängende Erforschung der Krankheit bemühen. Hierfür werden Kontakte mit internationalen Institutionen und Vereinigungen, z. B. der Thalassaemia International Federation (TIF), angestrebt. Dies ist vor allen Dingen notwendig, da sich die Aktivitäten unserer Hilfe inzwischen auch auf über 250 Patienten in Deutschland, die aus italienisch-, türkisch-, kaukasisch-, indisch- und südostasiatischstämmigen Familien kommen, erweitert haben. Die Qualität der Versorgung dieser Patienten in Deutschland ist noch weit unter dem in Italien üblichen Standard, wie deutsche Fachmediziner urteilen.

Schliesslich erreichte uns auch Ende des Jahres 1996 der Hilferuf der Gattin des aserbaidschanischen Botschafters in Bonn. In ihrem Heimatland leiden rund 300.000 Kinder und Jugendliche an der Thalassämie. Eine derartige Zahl übersteigt aber bei weitem die Leistungsfähigkeit der noch jungen Deutschen Thalassämiehilfe, da Engagement nur bis zu einem gewissen Grade die fehlenden, für eine so grosse Patientenzahl erforderlichen Geldmittel ersetzen kann.