Geographische Verteilung der Thalassämien



a-Thalassämien

a-Thalassämien kommen in großer Dichte in der Bevölkerung Asiens, Arabiens, West- und Mittelafrikas sowie unter den Afro-Amerikanern vor. Weniger häufig sind sie im Mittelmeerraum. Der Anteil von a-Thalassämien bei in Deutschland lebenden ausländischen Bevölkerungsgruppen entspricht prozentual dem Auftreten der Krankheit in deren Heimatländern.

b-Thalassämien

In den letzten Jahren sind zunehmend detaillierte Daten über die Häufigkeit der b-Thalassämien in verschiedenen Ländern und ethnischen Gruppen gesammelt worden. Die geographische Verteilung der Krankheit in der Weltbevölkerung stimmt mit der Region in der Malaria vor etwa 150 Jahren endemisch war überein. Interessant hierbei ist, daß sich die Thalassämiker als malariaresistent erweisen.

In Europa finden sich die höchsten b-Thalassämiefrequenzen in den Mittelmeer- und Balkanländern mit ganz erheblichen, vor allem regional begrenzten Schwankungen. So liegt z. B. die Frequenz des b-Thalassämiegens in Italien generell zwischen 0,5 und 2%, in der Poregion, auf Sardinien und Sizilien werden dagegen Häufigkeiten bis zu 15% erreicht

Unvollkommen sind die Daten aus den arabischen Ländern, z. B. Iran, Irak und Syrien. Die Erfahrungen aus einzelnen Zentren dieser Länder deuten jedoch darauf hin, daß die Thalassämia major mit Verbesserung der Diagnostik und der Therapiemöglichkeiten zu einem großen Problem der Krankenversorgung in diesen Ländern werden wird.

Weltweite Verteilung von Thalassämie

Geographische Verteilung der b-Thalassämie. Die punktierte Linie umreißt die Region in der Malaria vor etwa 150 Jahren endemisch war.